La FOK-SNP promuove e coordina i progetti di ricerca nel Parco nazionale svizzero, nel Parco naturale regionale della Val Müstair e nella zona cuscinetto e di transizione della Riserva della Biosfera Engiadina Val Müstair.di più

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Wolfsakzeptanz in einer Wildnis geprägten Landschaft

Einstellung von Parkbesuchenden gegenüber Wölfen im Schweizerischen Nationalpark

Selina Gattiker1, Sonja Wipf2,3, Norman Backhaus4

1 Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL
2 Schweizerischer Nationalpark
3 Luzula Biodiversität Wissen GmbH
4 Universität Zürich

Die Rückkehr des Wolfes gilt in vielen europäischen Ländern als naturschutzpolitischer Erfolg, wirft jedoch zugleich immer wieder Fragen zur Koexistenz in einer vom Menschen geprägten Landschaft auf. Trotz der gesellschaftlichen Aktualität und Relevanz von Mensch-Wolf-Beziehungen wurde die Sicht von Besuchenden auf die Ausbreitung des Wolfes in Naturschutzgebieten und Parks der Schweiz bisher nur wenig diskutiert. Um die Einstellung von Parkbesuchenden gegenüber dem Wolf zu erforschen, führten wir im Rahmen eines langfristigen Monitorings zur Gästedemographie und Besuchsmotivation im Schweizerischen Nationalpark (SNP) 2023 eine standardisierte Befragung mit Besuchenden durch (n = 1433). Mithilfe einer explorativen und konfirmatorischen Faktoranalyse identifizierten wir grundlegende Einstellungskomponenten und analysierten deren Einfluss auf die Akzeptanz des Wolfs anhand einer multiplen Regression. Die Ergebnisse zeigen eine hohe Akzeptanz gegenüber der Ausbreitung des Wolfs im SNP. Die Einstellungen der Besuchenden zum Wolf setzen sich aus drei zentralen Komponenten zusammen: einer kognitiv-konzeptionellen Dimension (z. B. der Wolf als Symbol für Wildnis), einer individuell-affektiven Komponente (z. B. Angst vor dem Wolf) sowie einer managementbezogenen Dimension (z. B. die Regulierung des Wolfs in der Schweiz). Die Akzeptanz des Wolfs wird dabei besonders durch die Zuschreibung von kognitiver und konzeptioneller Bedeutung beeinflusst, in geringerem Masse auch durch Haltungen zum Wolfsmanagement ausserhalb des SNPs. Dies hat direkte Implikationen für den Park in seiner Umweltbildungsfunktion. Durch gezielte Sensibilisierungsarbeit können positive Überzeugungen von Besuchenden gestärkt und damit eine nachhaltige Koexistenz von Mensch und Wolf gefördert werden. Die Studie liefert somit wertvolle Erkenntnisse für das Verständnis der touristischen Wahrnehmung und Akzeptanz von Grossraubtieren in streng geschützten Landschaften der Schweiz.