La FOK-SNP promuove e coordina i progetti di ricerca nel Parco nazionale svizzero, nel Parco naturale regionale della Val Müstair e nella zona cuscinetto e di transizione della Riserva della Biosfera Engiadina Val Müstair.di più

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Langzeitmonitoring Quellvegetation in der UNESCO Biosphäre Engiadina Val Müstair

Pilotprojekt 2023–2024

Hallie Seiler, Jürgen Dengler

Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW

Quelllebensräume sind stark durch direkte menschliche Einflüsse und Klimawandel bedroht, aber die Quellvegetation der Schweiz wurde bisher wenig erforscht. Ziel dieses Pilotprojektes war, die Datengrundlage des bestehenden Quellmonitorings in der UNESCO Biosfera Engiadina Val Müstair UBEVM (Makrozoobenthos und abiotische Faktoren) zu erweitern, indem die Gefässpflanzen- und Moosflora erhoben wurde. 20 Quellen in drei Teilbereichen der UBEVM wurden untersucht, inkl. 14 aus dem bestehenden Monitoring, mit 60 Vegetationsaufnahmen à 1 m2. Alle Gefässpflanzen- und Moosarten wurden erfasst und abiotische Parameter gemessen. Um Effekte des Quellwasser-pH, der Meereshöhe, der Bewaldung und Beweidung auf die floristische Diversität zu untersuchen, wurden gemischte lineare Modelle berechnet.

In der Hälfte der Quellen konnten gefährdete, potenziell gefährdete oder prioritäre Arten beobachtet werden. Der Artenreichtum der Flora insgesamt war ähnlich hoch wie der Artenreichtum des Makrozoobenthos. Moos- und Gefässpflanzen-Artenzahlen waren positiv korreliert. Gefässpflanzen-Gemeinschaften waren variabler als Moos-Gemeinschaften, während die Gemeinschaften des Makrozoobenthos am wenigsten variabel waren. Die meisten Vegetationsaufnahmen gehören zum Cratoneurion, aber die TypoCH-Zuordnung der Quellfluren zeigt gewisse Beschränkungen. Basenreiche Quellen hatten höhere Gefässpflanzen-Zahlen, während basenarme Quellen höhere Moos-Artenzahlen hatten. Ein Effekt der Meereshöhe war im Zusammenspiel mit den anderen Faktoren der Modelle nicht mehr festzustellen, und die Bewaldung der Quellen schien keine grosse Rolle zu spielen. Unsere Resultate weisen darauf hin, dass eine extensive Beweidung auch förderlich für die Artenvielfalt der Quellen sein könnte. Dieses Pilotprojekt gibt ein umfassendes Bild der Quellvegetation in der UBEVM und gestattet erste Hypothesen zu den treibenden Faktoren ihrer floristischen Diversität.