Die FOK-SNP fördert und koordiniert Forschungsprojekte im Schweizerischen Nationalpark, im Regionalen Naturpark Biosfera Val Müstair und in der Pflege- und Entwicklungszone des Biosphärenreservats Engiadina Val Müstair.mehr

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Wachstums- und Mortalitätsdynamik der Bergföhre im Ofenpassgebiet

Ergebnisse einer 90-jährigen Zeitreihe

Jonas Glatthorn1, Peter Bebi2, Alessandra Bottero2

1 Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL
2 WSL-Institut für Schnee-und Lawinenforschung SLF

Seit 1933 werden von der WSL im Ofenpassgebiet fünf Dauerbeobachtungsflächen zur Waldentwicklung im Nationalpark unterhalten. Zuletzt fand 2023/2024 die bisher siebte Inventur der Bestandesstruktur statt. Die Flächen werden aktuell hauptsächlich von Bergföhre, Lärche, Fichte und Arve dominiert. Vor allem aufgrund der Wachstums- und Mortalitätsdynamik der Bergföhre hat sich die Struktur der Bestände in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Die Mortalitätsrate der Bergföhre nahm ab den 80er-Jahren zu und ist seit 2000 auf einem anhaltend hohen Niveau. Auch die Wachstumsrate sank zwischen 1962 und 2013 ab. Innerhalb der letzten 10 Jahre hat sich das Wachstum allerdings über alle Durchmesser wieder teilweise erholt und ist aktuell im Durchschnitt wieder so hoch wie zuletzt in den 90er-Jahren. In den mittlerweile teils stark aufgelichteten Beständen hat sich in den letzten 20 Jahren eine ausgeprägte Naturverjüngung entwickelt. Da die Wachstumsrate oft ein guter Prädiktor für das Überleben der Bergföhre ist, lässt sich vermuten, dass auch die Überlebensrate künftig wieder steigen könnte.

Unsere Daten weisen darauf hin, dass das Waldbild der Bergföhrenbestände am Ofenpass in Zukunft wieder struktur- und artenreicher werden könnte. Vor allem wenn sich der Altbestand zukünftig tatsächlich erholen sollte und wenn keine grossflächigen Störungsereignisse wie Waldbrand auftreten, wird sich ein kleinräumiges Mosaik unterschiedlicher Entwicklungsstadien einstellen.